Von Valencia nach Straßburg: Europäische Erfahrungen für Hausacher Schüler

Bild: Umrahmt von den Schülern des Wirtschaftsgymnasiums Hausach: die Vorsitzende des Ausschusses für Kultur und Bildung im Europaparlament Neela Riehl (blaues Oberteil), links neben ihr Carl Fürst von „europe-for-you".

In der Woche vor den Osterferien konnten zwölf Schülerinnen und Schüler der Eingangsklasse am Hausacher Wirtschaftsgymnasium wieder zwei Wochen in einer Gastfamilie im spanischen Valencia verbringen, Sprachkurs, Flug und Aufenthalt wurden seitens der EU mit dem so genannten Erasmus+-Programm finanziell gefördert, die Organisation lag wieder bei Carl Fürst von der Agentur „europe-for-you". Mit dem Programm soll lebenslanges Lernen gefördert, nachhaltiges Wachstum ermöglicht sowie der soziale Zusammenhalt und die europäische Identität gestärkt werden, das Wirtschaftsgymnasium Hausach nahm im Schuljahr 2025/2026 bereits zum fünften Mal an dem Förderprogramm teil. Nach den zwei Wochen in Valencia stand für die jungen Erwachsenen am Montag gemeinsam mit ihren betreuenden Lehrkräften Matthias Dorn und Christina Keßler die feierliche Übergabe der Europass-Zertifikate im Straßburger Europaparlament auf der Agenda. Nach dem Passieren der Sicherheitsschleuse ging es ordnungsgemäß akkreditiert ins EU-Parlament. Ein Mitarbeiter aus dem Team der Europa-Abgeordneten Neela Riehl erklärte zunächst die „Spielregeln" für politische Entscheidungen auf EU-Ebene mit den Organen EU-Parlament, Europäische Rat und EU-Kommission, dann stand Riehl für Fragen zu ihrer noch jungen politischen Karriere Rede und Antwort. Riehl erinnerte sich an ihre Kinderzeit, als sie in einem Kindersachbuch erstmal auf die Arbeit der Europäischen Union aufmerksam wurde. In der Corona-Zeit sei in ihr der Entschluss gereift, sich für ein geeintes Europa politisch zu engagieren, über Plakate kleben für die Partei „Volt" ging es zu ihrer Überraschung dann sehr schnell, ehe sie bei der Europawahl 2024 als deutsche Vertreterin für „Volt" ins EU-Parlament gewählt wurde. Als ehemalige Lehrerin lag es ihr nahe, sich im Ausschuss für Kultur und Bildung zu engagieren, diesem Ausschuss sitzt sie inzwischen als Vorsitzende vor. Auf die Vereinbarkeit von Familie und Beruf angesprochen gab Riehl an, dass der Spagat zwischen Muttersein und Arbeit als Politikerin mit Parlamentswochen in Brüssel und Straßburg und vielerlei Reisetätigkeit sehr fordernd sei, erstmals habe sie jetzt ihre Kinder für eine Sitzungswoche mit nach Straßburg mitnehmen können. Während der Sitzungswochen sei die Arbeitswoche angefüllt mit Meetings und Parlamentsarbeit, zwischen den „alten Hasen" mit jahrzehntelanger Parlamentserfahrung müsse man seinen Platz finden, wenn am Ende dann aber ein Gesetz oder eine Verordnung entstanden sei, bei der „ein Halbsatz von mir stammt", dann sei dies die ganze Arbeit wert, so Riehl. 
Zum Abschluss ging es für die Gruppe auf die Besucherbänke über dem Plenarsaal mit seinen 720 Abgeordneten aus den 27 europäischen Mitgliedsnationen, für eine halbe Stunde wurden die Schüler Zeuge einer typischen Parlamentssitzung zur Gestaltung der Tagesordnung für die Sitzungswoche, ein Antrag für eine aktuelle Stunde zum Verstoß gegen die Waffenruhe im Libanon wurde mit einfacher Mehrheit abgelehnt, einem Antrag zur Diskussion der Reduzierung der US-amerikanischen Militärpräsenz in Europa wurde stattgegeben und zum Schutz der europäischen Stahlindustrie wurden Pro und Contra marktkonformer und marktkonträrer Schutzmechanismen durch die EU debattiert, dann ging es für die Gruppe mit Tram, S-Bahn und Schwarzwaldbahn zurück ins Kinzigtal.