„Ja, seht. Zum Straucheln braucht´s doch nichts als Füße.“
Rezension zu „Der zerbrochne Krug“
Der zerbrochne Krug von Heinrich von Kleist wurde 1808 uraufgeführt. In Kleists Justizkomödie werden mit scharfer Ironie die Schwächen von Rechtsprechung und Moral entlarvt. Der Dorfrichter wird selbst zum Angeklagten und versucht seine Tat – erfolglos - zu vertuschen.
Das Drama ist derzeit Abiturlektüre, weshalb die Deutschlehrerinnen der 12ten Klassen des Hausacher WGs das Theater Mobile Spiele Karlsruhe (Regie: Thorsten Kreilos) in die Aula zur Inszenierung des Stücks einluden.
Die Schülerinnen und Schüler waren beeindruckt, dass nur zwei Schauspieler in alle Rollen des Stücks schlüpften. Mit rasend schnellen Kostümwechseln, vielseitigen Stimmlagen und dem cleveren Einsatz von Puppen plus vorab aufgezeichneter Videosequenzen auf einem Bildschirm war dies möglich.
Auch das Bühnenbild zog das Publikum in seinen Bann. Die Kulisse wurde ständig angepasst, damit die Szenenwechsel funktionierten, ganz ohne Pausen.
Nach der Vorstellung gaben die Schauspieler (Petra Ehrenberg und David Lison) spannende Einblicke in den Ablauf hinter den Kulissen und erklärten, wie viel Präzision nötig ist, um zu zweit so viele Figuren glaubwürdig zu spielen.
Die Aufführung stieß auf reges Interesse und bot den Schülern eine lebendige Grundlage, um den Stoff im Deutschunterricht weiter zu vertiefen.
Text: Tanja Siedel-Rettinger & Jamie Kleiser (WG12)