Aufklärung gegen Antisemitismus: ‚Jew Lif‘ zu Gast an den Kaufmännischen Schulen Hausach
Mit einem vierköpfigen Team junger Erwachsener informierte der Verein „Jew Lif" Schülerinnen und Schüler der Kaufmännischen Schulen Hausach am Montag über jüdisches Leben in Deutschland und wie man sich gegen antisemitische Hassreden in den Sozialen Medien wappnen kann. Rebecca Mitzner, Uli Ettinger, Daniela Heil und Till Fehmer stiegen in der ersten Runde in der Aula mit den beiden elften Klassen am Wirtschaftsgymnasium eineinhalb Stunden sprichwörtlich in den Ring, bei der sehr direkten Ansprache konnte sich keiner im Publikum wegducken. In einer Stoffsammlung wurden Begrifflichkeiten zum Judentum bzw. jüdischem Leben in Deutschland abgefragt und die Antworten an einer Wand gesammelt, heraus kam eine „krasse" Zweiteilung zwischen Begriffen zur jüdischen Religion wie Tora, Synagoge, Sabbat, Kippa oder Davidsstern und der Begriffswelt der Judenverfolgung im Dritten Reich mit Judenstern, Konzentrationslager oder Holocaust. Im anschließenden Info-Block wurden die Begriffe erläutert und dabei so manche Parallele zu anderen Weltreligionen hergestellt, wenngleich zum Judentum weltweit nur 0,17 Prozent der Weltbevölkerung gezählt werden. Drei aus dem „Jew Lif"-Team, selbst jüdischen Glaubens, erklärten, dass das „Jüdisch-Sein" nur über die Mutter weitervererbt werden könne. In einem Kurzfilm aus der Reihe „60 Sec.Mentsh" wurde das Problem der Integration jüdischer Menschen in westeuropäische Zivilgesellschaften thematisiert. Vor dem Hintergrund der Zunahme antisemitischer Gewalt in Deutschland gab es für die Schülerinnen und Schüler Anschauungsunterricht zum Umgang mit Antisemitismus, Vorurteilen und Desinformation, wie sie jungen Menschen beispielsweise auf TikTok oder Instagram täglich begegnen kann. „Macht mich dieser Post wütend?", „Gibt der Post eine einfache Antwort auf eine komplexe Frage?", „Transportiert der Post ein klares Feindbild?", in den sozialen Medien würden vielfach antisemitische und diskriminierende Posts gezeigt. Wichtig sei hierbei, die eigene Meinung herauszufordern und nicht bequem in seiner Bubble zu bleiben, die sich nach den Algorithmen der sozialen Netzwerke dann schnell mit weiteren antisemitischen Inhalte fülle.
Für den Alltag sei es wichtig, mit Zivilcourage diskriminierende Äußerungen klar zu benennen, Fragen zu stellen und Grenzen zu setzen, auch hier bot das Team von „Jew Lif" klare Handlungsempfehlungen.