Elternsprechtag 18-21 Uhr

Beginn:
Mo, 04.Dez.2017 um 11:04

BFW2 Zentrale HV-Klausur Englisch

Beginn:
Mi, 13.Dez.2017 um 11:01

WG 13 Zentrale HV-Klausur Englisch

Beginn:
Do, 14.Dez.2017 um 11:05

2. GLK 15 Uhr

Beginn:
Do, 14.Dez.2017 um 11:06

WG 13 Zentrale HV-Klausur Spanisch B

Beginn:
Fr, 15.Dez.2017 um 11:07

WG 13 Zentrale HV-Klausur Französisch A und B

Beginn:
Mo, 18.Dez.2017 um 11:08

Weihnachtsferien

Beginn:
Fr, 22.Dez.2017 , ganztägig
Ende:
So, 07.Jan.2018

Deutsche Einheit, Europa und die Globalisierung

Der Bürgerrechtler, Theologe und Politiker Steffen Reiche war kurz nach dem Tag der Deutschen Einheit zu Gast an den Kaufmännischen Schulen Hausach. Als Kind sah er von Weitem die Interzonenzüge, die in den Westen fuhren, aber für ihn selbst war die deutsch-deutsche Grenze lange unüberwindlich und die Züge in den Westen unerreichbar.
Als er dann als junger Erwachsener endlich doch die Großeltern in der BRD besuchen durfte, da war für ihn klar, dass er alles dafür tun würde, dieser deutschen Teilung, unter der so viele litten, ein Ende zu bereiten. So wurde fast über Nacht aus dem jungen Pfarrer Steffen Reiche, der in der Kirche das in der DDR erreichbare Maß an Freiheit gefunden hatte, einer, der dabei war, als die SPD in der DDR wiedergegründet wurde, der die sogenannte Wende mitgestaltete und sich dann als Minister in Brandenburg und als Bundestagsabgeordneter intensiv einbrachte bei der Gestaltung der Deutschen Einheit. Es war für die beteiligten Schüler der Kaufmännischen Schulen spannend zu hören, wie ein Insider diese Schicksalsjahre erlebt hatte, was sie als Nachgeborene nur aus dem Unterricht und aus den Medien kannten. Da war von Begegnungen mit Willy Brandt und Helmut Kohl die Rede, aber auch von seiner Sicht der Dinge auf Europa, von der Finanzkrise und der Globalisierung und ihren Wurzeln.
Mit Vehemenz und Engagement trug Reiche einen Tag nach dem Tag der Deutschen Einheit, am 4. Oktober, in der Aula der Kaufmännischen Schulen seine Perspektiven vor und endete seine Ausführungen mit einem flammenden Appell an die Schülerinnen und Schüler, dass sie eben auch mutig gesellschaftliche Verantwortung wahrnehmen sollten, denn es sei doch ihre Zukunft, um die es ginge und die sie heute beherzt und in großer Freiheit mitgestalten könnten. Er habe, so Steffen Reiche, in seinem Leben und seiner politischen Laufbahn die Erfahrung gemacht, dass das scheinbar Unveränderliche doch zu bewegen sei, und das wolle er gerne weitersagen, um denen Paroli zu bieten, die davon sprächen, dass doch immer alles beim Alten bliebe.
Steffen Reiche wurde sehr konkret, als er von seinem Engagement für ein Wahlrecht für alle Menschen berichtete, also auch für Kinder. Wie das zu gestalten wäre, das sei noch ganz offen, aber in einer alternden Gesellschaft sei es unverzichtbar, dass auch die Interessen der nachwachsenden Generation spürbarer vertreten würden. Und schließlich ging es auch um den LER- Unterricht (Lebenskunde, Ethik, Religionskunde), den es in Berlin und Brandenburg an allen Schulen für alle Schüler verpflichtend gäbe, den er, auch wenn er von Hause aus Pfarrer sei, als Kultusminister gegen den Widerstand der Kirchen bis zum Bundesverfassungsgericht durchgefochten habe, da die Kirchen Angst hatten um „ihren“ Religionsunterricht. Reiche zeigte sich überzeugt, dass der LER-Unterricht für die östlichen Bundesländer die bessere Variante darstellt.
Pfarrer Hans-Michael Uhl, Religionslehrer an den Kaufmännischen Schulen, der Steffen Reiche aus Begegnungen in Berlin kannte, wo Reiche nach seinem Abschied aus dem Bundestag wieder als Gemeindepfarrer arbeitet, dankte Steffen Reiche sehr herzlich für seine Ausführungen, denen die anwesenden Schüler und Lehrer mit wachem Interesse gefolgt waren. Geschichte, Ethik und Religion waren mit einem Mal sehr präsent durch das lebhafte und anschauliche Erzählen eines prominenten Zeitzeugen.
Auch in der BFW 2 war Reiche zu Gast (Bild).
 
Text: Hans-Michael Uhl